Programmreihen am Theater im Depot
Unterschiedliche künstlerische Positionen präsentieren wir immer wieder in thematischen Reihen. Neben der Präsentation von ästhetischen Positionen zu einem Themenkomplex ergänzen wir derlei Reihen mit Workshops und Diskursformaten und eröffnen so unterschiedliche Zugänge zu thematischen Komplexen.
Theater des Lebendigen
Ab Herbst 2024 beschäftigen wir uns im Theater im Depot in wiederkehrenden Programmschwerpunkten mit der Verortung des menschlichen Organismus als Bestandteil von komplexen Ökosphären, ebenso wie mit deren Deformation, mit Extraktion und – als futuristisch bis utopisch ausgeprägte Perspektive – mit deren Erweiterung durch neuartige künstliche Lebensformen.
○Theater des Lebendigen
○Die erste Ausgabe dieser Reihe – Holobiont_innen
○Förder*innen
Zeitgenössische Landschaften des Zorns
Das Ressentiment ist ein Gefühl, welches sich auf eine gefühlte Verletzung gründet. (Uffa Jensen)
Das gegenwärtige Geraune von einem bevorstehenden „Wutwinter“ erinnert an den Begriff des „Wutbürgers“, der vor zwölf Jahren von dem Journalisten Dirk Kurbjuweit in seinem gleichnamigen Spiegel-Artikel geprägt und der ob seiner rasanten publizistischen ebenso wie wissenschaftlichen Karriere in Deutschland umgehend zum Wort des Jahres gewählt wurde. Dieser Begriff pathologisierte das Anliegen der damals in Stuttgart Demonstrierenden und überlagerte eine mögliche Auseinandersetzung mit dem emotionalen Impuls, demonstrieren zu gehen, durch diese moralisch-politische Bewertung mit einem polemisierenden Gestus. Denn was bedeutet es, wenn eine Person von einer Emotion besessen ist? Dass man sie nicht mehr für voll nehmen kann?
○Kontext
○artscenico - Die Erregten. Bilder und Worte der Empörung
○Polar Publik - SING ANOTHER SONG! – PROTEST!
Im Umfeld der beiden präsentierten Projekte wollen wir uns damit beschäftigen, wie man dem Furor des Gefühls entkommen kann, ohne es zu pathologisieren; wie man einen Weg zurückfinden kann zum Lachen, ohne über einander zu lachen; – und wie der Zweifel anstelle von Gewissheiten treten kann. Nach diesem ersten Block der Auseinandersetzung mit diesem Themenspektrum wird ein zweiter im späten Frühjahr 2023 folgen, in dem wir zwei feministische Positionen hierzu präsentieren werden. Seid herzlich eingeladen, diesen Weg mit uns zu beschreiten.
Erzählungen aus Afropa
In der Reihe Erkundungen #1 – Erzählungen aus Afropa präsentieren wir im Oktober 2022 drei künstlerische Positionen aus verschiedenen subsaharischen afrikanischen Ländern, in denen die komplexen Beziehungsgeflechte zwischen Afrika und Europa in individuellen (fiktionalen) Geschichten im Mittelpunkt stehen, ebenso wie die oft schmerzvolle Beziehung zwischen den beiden Kontinenten ideengeschichtlich untersucht wird.
○Robert Ssempijja - You judge
○Dieudonné Niangouna - De ce côté
○Martin Ambara - Sundeita Keita und die Manden Charta
Die hier in einer Reihe präsentierten Erzählungen etablieren einen gemeinsamen narrativen und historischen Raum zwischen afrikanischen und europäischen Kontexten, der uns verbindet und dessen Existenzbedingungen und Ausgestaltungen wir immer wieder aufs neue gemeinsam reflektieren und weiterentwickeln müssen, um notwendige Antworten auf die Frage zu finden, wie wir uns in einer multipolarer werdenden Welt von der westlichen diskursiven Dominanz verabschieden und anders begegnen können – etwa indem wir auf neue Weisen einander zuhören – und den Erzählungen aus Afropa lauschen.